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  Die Welt von LarsSamstroem
  Rund um den Kleber
 
Warum heißt UHU(-Alleskleber) eigentlich UHU?

Als ich diese Frage gelesen habe, hatte ganz klar an eine Abkürzung gedacht. Aber weit gefehlt:
Als 1932 der Apotheker August Fischer den ersten gebrauchsfertigen Kunstharzklebstoff der Welt erfand, suchte er nach einem Namen für sein „Kind“. Zu der damaligen Zeit war es in diesem Geschäftsbereich üblich, seinen Produkten den Namen großer Vögel zu geben: z.B. Pelikan, Schwan, Marabu u.a.
Dabei sah er sich bei den anderen Firmen um. Eine Anekdote erzählt, er habe sich dabei gedacht: „Wenn die anderen einen Vogel haben - warum nicht auch wir?!“ Und er gab seiner Erfindung den Markennamen „UHU – der Alleskleber“.

Welcher "Kleber" aus der Natur ist von uns Menschen unerreicht?

Die Miesmuschel macht es uns mit ihrer Haftbeständigkeit im Meerwasser vor: Die Meeresbewohner sind den Chemikern einen großen Schritt voraus. Im Laufe der Evolution haben sie einen Kleber entwickelt, der im (Salz-)Wasser härtet und dort lange beständig ist, er besitzt eine hohe Festigkeit und ist zudem elastisch. Miesmuscheln haften an jeder denkbaren Oberfläche, ob an porösem Gestein oder am glatten Schiffsrumpf. Auf Metall sitzen sie besonders fest und lassen sich selbst von Teflon kaum noch entfernen, auf dem sonst kaum etwas hält.
Man forscht schon lange an so einem Superkleber. Mittlerweile ist man ihm schon recht nahe gekommen und gerade für die Zahnmedizin wäre er interessant. Mit einer kurzfristigen Markt-Einführung eines konkreten Produkts ist allerdings vorerst nicht zu rechnen - medizinische Innovationen müssen langwierige Tests und klinische Studien durchlaufen, bevor sie zugelassen werden.
 
Seit wann kann die Menschheit kleben?

Schon in der jüngeren Steinzeit, also ca. 8000 v. Chr. bedienten sich die Menschen eines Birkenharzes zum Befestigen von Speer- und Beilspitzen!
Bei der Entdeckung des Gletschermannes "Ötzi" wurden Ausrüstungs- und Kleidungsstücke gefunden, wie zum Beispiel ein aus einem Eibenstämmchen gefertigtes Beil, dessen Klinge mit dem Klebstoff Birkenpech sowie Lederstreifen
befestigt ist.
Um 5000 v. Chr. benutzte man in Babylon tierisches Blut, Eiweiß, verschiedene Pflanzenharze oder Asphalt als Klebstoffe. Beim Bau vor ca. 3500 Jahren wurde das Kleben sogar „professionalisiert“: Der Beruf des Leimkochers (Kellopsos) entstand. Die Kunst des Leimsiedens, wurde später von den Griechen und Römern übernommen.
Mitte des 14. Jahrhunderts bedienten sich die Azteken beim Bauen der Klebwirkung des Blutes, die auf das Blutalbumin zurückzuführen ist. Sie mischten Tierblut unter den „Zement“. Noch heute sind diese Werke der aztekischen Baukunst recht gut erhalten und zeugen von der Qualität des Bindemittels!
 
Warum klebt Kleber nicht in der Tube?

Kaum ist er aus der Tube, klebt Kleber auf alles, wo er nicht kleben soll: am Ärmel, auf der Tischplatte und und und. Aber in der Tube klebt Kleber nicht. Warum eigentlich nicht?
Damit Geklebtes auch wirklich hält, muss der Kleber aushärten. Dazu muss entweder sein Lösungsmittel verdunsten, oder er muss mit einem anderen Stoff reagieren - einer zweiten Komponente. Das kann auch der Sauerstoff oder Wasserdampf der normalen Luft sein. Doch in allen Fällen gilt: Der Kleber muss erst mal aus der Tube.
Deshalb dürfen wir auch die Tube nicht offen herumliegen lassen.

Warum klebt Kleber überhaupt?

Wer sich die Geschichte von gestern gemerkt hat, der hat die Frage praktisch schon beantwortet.
Beim Kleben wirken zwei Kräfte: Adhäsion (lateinisch adhaerere = anhaften) bindet Moleküle verschiedener Stoffe, z.B. den Kleber an den Tassenhenkel. Kohäsion (lat. cohaerere zusammenhängen) hält die Moleküle des Klebers aneinander, so dass der Klebefilm nicht bröselt oder reißt. Die gleichen Kräfte wirken auch beim Kaugummi: der weiche Kaugummi schmiegt sich an die Oberfläche in jede noch so kleine Ritze und wird dann hart.
Bei Klebstoffen ist das natürlich perfektioniert: sie sind flüssig und können sich so noch viel besser mit einer Oberfläche verbinden. Um Kleber flüssig zu machen, werden vielen Klebern Lösungsmittel zugegeben. Und wenn sich die Lösungsmittel verflüchtigen härten die Kleber dann extrem aus. Somit entsteht die perfekte Verbindung.
Das ist natürlich nur ein kurzer Abriss zum Klebstoffen. Man könnte hier noch sehr viel mehr schreiben...
 
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